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JobKraftwerk

Flüchtlinge
Mehr Chancen für Flüchtlinge auf dem Arbeitsmarkt

Die sogenannte Flüchtlingskrise hat dazu geführt, dass 1.000.000 Menschen in 2015 und 2016 nach Deutschland gekommen sind. Dieser Zustrom stellt Kommunen verwaltungstechnisch vor große Herausforderungen und führt zu erheblichen, ungeplanten Zusatzaufwänden in der Verwaltung. Gleichzeitig ergeben sich für die Kommunen tolle Chancen im Bezug auf auf die Gesellschaft wie auch auf die lokale Wirtschaft, wenn die Integration von Geflüchteten in die Gesellschaft und vor allem auch den Arbeitsmarkt zielgerichtet und schnell erfolgt.

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Grafik © JobKraftwerk




Eine Studie des Internationale Währungsfonds (http://bit.ly/1PHSLJF) zeigt in zwei Szenarien auf, wie sich eine “normale” und eine “langsame” Integration in den Arbeitsmarkt auf das Bruttosozialprodukt (BSP) sowie die Arbeitslosenquote auswirkt. Das langsame Integrationsszenario führt hierbei zu einem dreimal höheren, negativen Einfluss auf das BSP und einen 240%-ig höheren Anstieg der Arbeitslosenquote. Demgegenüber steht die große Chance, den akuten Mangel an Arbeitskräften mit Hilfe der Geflüchteten zu begegnen. Der GWC-Report der Boston Consulting Group (BCG, http://bit.ly/2flOXlx) zeigt auf, welche Gefahren für die Deutsche Wirtschaft und dediziert auch für die Kommunen entstehen, wenn offene Positionen nicht besetzt werden können. Die Verknüpfung von beiden Studien zeigt auf, wie wichtig die schnelle, zielgerichtete und nachhaltige Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten ist.

Aktuell finden sich nur vereinzelte Beispiele für eine gelungene Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten. In der Diskussion mit einer großen Anzahl an Arbeitgebern unterschiedlicher Größe, mit einer Vielzahl an Geflüchteten und Kommunen-Vertretern konnte JobKraftwerk 3 maßgebliche Hindernisse hierfür identifizieren:

Die Erhebung der Kompetenzen ist mit signifikanten Aufwänden für Kommunen durch z.B. Sozialarbeiter und Mitarbeiter von Jobcentern verbundenDie Qualität der erhobenen Profile ist sehr oft nicht gut und helfen Unternehmen nicht geeignete Kandidaten zu findenDie Intransparenz der Bestimmungen und Beschäftigungsmöglichkeiten für Geflüchtete führt dazu, dass Unternehmen abgeschreckt werden und Kommunen mit signifikanten Aufwänden konfrontiert werden

JobKraftwerk (jobkraftwerk.com) leistet hier, als regionale Online-Plattform, für alle an der Arbeitsmarktintegration beteiligten Parteien, also Geflüchtete, Unternehmen, vor allem aber auch Kommunen, einen gezielten Beitrag zur Beschleunigung und Vereinfachung mit dem Ziel der Reduktion der kommunalen Aufwände:

Digitalisierung der Kompetenzerfassung für Geflüchtete in Muttersprache und auf jedem digitalen “Device”. Im Vergleich zur papierhaften, händischen Erfassung mit z.B. dem “Mini-Arbeitspaket” der Agentur für Arbeit lassen sich mehr als 95% der Kosten und Aufwände einsparen. Darüber hinaus erhalten die Kommunen Zugriff auf die Daten um z.B. weitere Qualifizierungsmaßnahmen o.ä. aufzusetzen. Der Geflüchtete erhält darüber hinaus einen deutschen Standard-Lebenslauf, welchen er auch außerhalb von JobKraftwerk für Bewerbungen verwenden kannDigitalisierung von kommunalen Prozessen wie z.B. die Beantragung einer Arbeitserlaubnis. Im Vergleich zum Status Quo lassen sich bei 2.500 Geflüchteten pro Landkreis mehr als 3.000 Behörden-Stunden pro Monat einsparenDigitalisierung der Arbeitsmarktintegration durch ein regionales Job-Matching für Geflüchtete und Kandidaten-Matching für Unternehmen inkl. digitaler, fall-bezogener Unterstützung für Unternehmen bei der Einstellung von Geflüchteten. Bei einer Vermittlung von 10% der Geflüchteten in nachhaltige, sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen lassen sich pro Monat 2,5 Mio. EUR einsparen.

JobKraftwerk wurde zusammen mit dem Landkreis Reutlingen in einem Pilotprojekt erprobt. Innerhalb kürzester Zeit konnten mehr als 50% der beschäftigungsfähigen Geflüchteten in der Pilotregion erfasst werden. Erste Vermittlungen auf Basis der JobKraftwerk-Lebensläufe konnten bereits realisiert werden.

Die Erkenntnisse aus Gesprächen mit Sozialarbeitern, Ausländerbehörde und Arbeitsagentur fließen in die Weiterentwicklung von JobKraftwerk ein.


© DStGB, Berlin, 15.11.2016