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Eine Community in der Kommune

Online-Vortrag
Eine Community in der Kommune

Gerade an jüngsten Beispielen politischer Veränderungsprozesse wird deutlich, welch hohen Stellenwert Web 2.0-Instrumente und Social Media einnehmen. Die Ereignisse in Nordafrika oder auch der GuttenPlag-Wiki, Facebook und Twitter werden die Medien-Landschaft und das politische Tagesgeschäft nachhaltig verändern. Im Rahmen der ersten Konferenz der „Web 2.0“-Online-Reihe des Innovators Club gab Christoph Meineke, Bürgermeister der Stadt Wennigsen, eine Einführung in das Thema und stellte mit seinem „Bürgermeisterblog“ einen gelungenen Einsatz von Web 2.0-Instrumenten für Bürgermeisterinnen und Bürgermeister dar. 

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Bürgermeister Christoph Meineke, Wennigsen
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Web 2.0 und Social Media sind „interaktive, nutzergestützte und durch Nutzer generierte, zum Mitmachen einladenden Netzwerke“, referierte Meineke einleitend. Diese könne sich jede Kommune zunutze machen, um ihre Bürger einerseits zu informieren und andererseits einzubinden. Der junge Bürgermeister hat das Potential der neuen ‚Dialogmedien‘ bereits früh erkannt. Schon während seines Wahlkampfes im Jahr 2006 bediente er sich interaktiver Medien. Seit Anfang 2009 besteht in Wennigsen über den von Meineke ins Leben gerufenen „Bürgermeisterblog“ (www.buergermeisterblog.de) ein direkter ‚Kanal‘ zwischen Bürgermeister und Bürgern.  Darin schreibt Meineke regelmäßig längere Blogs und führt Umfragen zu kommunalrelevanten Entscheidungen durch. Zudem twittert  er mehrmals täglich. Über Kommentar-Funktionen können die Bürger zu sämtlichen Einträgen Stellung beziehen, Kritik äußern, selber Themen einbringen und Beiträge via Facebook an Freunde weiterleiten. Dass der Blog auf Zustimmung stößt, zeigen die gestiegenen Zugriffe: Derzeit seien es rund 55 Zugriffe pro Tag, im Monat damit rund 1600, berichtete Meineke. Für ihn als Bürgermeister sei dabei vor allem von Interesse, welche Blogs und Themen vielfach von den Bürgern gelesen würden. Über die Einsicht, welche Blogs am längsten Bestand hätten und welche Schlagworte am meisten gesucht würden, könne er sich informieren, ob Themen als besonders wichtig von den Bürgern eingestuft würden. Außerdem habe er die Erkenntnis gewinnen können, dass Authentizität deutlich vor Professionalität beim Einsatz von Web 2.0-Instrumenten gehe.

Meineke plädierte dafür, sich nicht gleichzeitig auf alle sozialen Medien „zu stürzen“, sondern einige wenige in den Fokus zu nehmen. Über die Vernetzungen zwischen den Medien würden sich die Informationen langfristig sowieso verbreiten.  Mittlerweile sei in Wennigsen über seinen Blog bereits eine kleine Community im Netz entstanden, resümierte Meineke. Wenn er mal zwei Wochen nicht blogge, kämen gleich Anfragen nach neuen Beiträgen.

Für den nachfolgenden Termin der Online-Reihe können Sie sich unter dem angegeben Link anmelden:

3. Konferenz: Mittwoch, 01. Juni 2011, 11.00 Uhr
Themen: Welche Anwendungen des Web 2.0 sind besonders für eine Nutzung durch kommunale Führungskräfte geeignet? Vorstellung  von 2-3 Anwendungen einschließlich ihrer Nutzungsweise.
Referenten: Willi Kaczorowski (Cisco Systems ) und Roland Schewe (Kommunales Rechenzentrum Niederrhein)
Willi Kaczorowski ist Direktor Internet Business Solutions bei Cisco System, Roland Schewe Projektleiter eines Web 2.0-Projektes. Beide sind ausgewiesene Experten im Bereich Web 2.0 und werden im Rahmen der dritten Konferenz einen Überblick über Instrument und mögliche Anwendungsfelder geben.

Zur Anmeldung für die dritte Konferenz bitte hier klicken.

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© DStGB, Berlin, 06.05.2011