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Kommunale Zukunftsperspektiven auf der Woche der Umwelt

Fachforum
Kommunale Zukunftsperspektiven auf der Woche der Umwelt

Nachhaltigkeit, Ressourceneffizienz und innovative technische Lösungen sind einige der zentralen Aspekte, die Städte und Gemeinden in der Zukunft prägen werden. Dies wurde auf dem Fachforum des Innovators Club des DStGB auf der „Woche der Umwelt“ im Park des Schloss Bellevue deutlich. Unter dem Titel „Die Stadt von Morgen – Vernetzt, ökologisch und lebenswert“ diskutierten drei Bürgermeister mit weiteren Experten Konzepte zur Gestaltung von „grünen“ Städten.

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Insgesamt 15 000 Teilnehmer fanden sich an zwei Veranstaltungstagen im Park des Schloss Bellevue ein, um sich auf der „Woche der Umwelt“ über wegweisende Trends und neue Technologien zum nachhaltigen Umgang mit Ressourcen zu informieren. Die Veranstaltung findet alle fünf Jahre auf Einladung des Bundespräsidenten und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt statt. Bei der diesjährigen Auflage der „Woche der Umwelt“ war auch der Innovators Club des DStGB dazu eingeladen worden, die Veranstaltung um kommunale Zukunftsperspektiven zu bereichern.

Am Fachforum des Innovators Club nahmen die Bürgermeister Harry Brunnet (Hardthausen), Thorsten Krüger (Langen) und Hans-Josef Vogel (Arnsberg) teil. In einer Podiumsrunde diskutierten sie mit dem Stadtplaner Dr. Michael Denkel (Albert Speer und Partner), dem Direktor der KfW-Kommunalbank Detlev Kalischer sowie Carlo Wolf, Deutschland-Chef des Unternehmens Cisco, Trends und Lösungsansätze rund um die Entwicklung von Städten und Gemeinden.

Im Rahmen der Gesprächsrunde wurde deutlich, dass „Nachhaltigkeit“ eine Querschnittaufgabe ist, die in alle Bereiche der Kommunalpolitik Einzug finden wird. Eine wichtige Grundlage für einen schonenderen Umgang mit Ressourcen stellen technische Innovationen dar, betonte Carlo Wolf. Zukünftig würden innovative Lösungen ermöglichen, flexibler zu arbeiten und unnötige Wege zu Arbeitsstätten zu sparen. Dies könne ein Ansatz sein, um die Innenstädte von Verkehr und Emissionen zu entlasten. Harry Brunnet machte deutlich, dass auch die ländlichen Regionen von diesen Lösungen profitieren könnten.

Dass Energieeffizienz ein wichtiger Baustein für die „Stadt von Morgen“ ist, illustrierte Thorsten Krüger, Bürgermeister der Stadt Langen. In einem europaweit einzigartigen Pilotprojekt hat seine Kommune die komplette Straßenbeleuchtung auf energieeffiziente LED-Technologie umgestellt. Langen leistet auf diese Weise nicht nur einen Beitrag zum Klimaschutz, sondern kann mittel- und langfristig auch noch den kommunalen Haushalt entlasten. Das Projekt wurde mit Hilfe der KfW finanziert. Die Kosten für Tilgung und Zinsen des Darlehens werden aus den eingesparten Energiekosten finanziert. Detlev Kalischer betonte auf dem Fachforum, dass die KfW ihre Verantwortung darin sehe, Städte und Gemeinden bei der Finanzierung von derartigen Zukunftsprojekten zu unterstützen. Dies sei in Zeiten schwieriger Haushaltslagen von besonderer Bedeutung.

Eine entscheidende Rolle für Klimaschutz und Energieeffizienz spiele auch eine intelligente Stadtplanung, so der Stadtplaner Dr. Michael Denkel. Kurze Wege zum Einkaufen und zur Arbeit, ausgeklügelte Konzepte zur dezentralen Energieversorgung und ausgedehnte Grünzonen in der Stadt werden die Kommunen zukünftig prägen. Entscheidend sei, dass bei der Konzeption neben den Aspekten Nachhaltigkeit und Klimaschutz auch die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger im Mittelpunkt stehe.

Die besondere Bedeutung von aktiver Beteiligung der Bürgerschaft an der Gestaltung einer „Stadt von Morgen“ unterstrichen alle teilnehmenden Bürgermeister. Hans-Josef Vogel forderte eine neue Kultur der Bürgerbeteiligung. In vielen Fällen würden die Einwohner als unmittelbar Betroffene immer noch erst dann beteiligt, wenn die Pläne bereits auf dem Tisch lägen. Erforderlich sei es, die Bevölkerung zu einem früheren Zeitpunkt einzubeziehen und ihr Engagement und ihre Ideen für die Entwicklung nachhaltiger und lebenswerter Städte und Gemeinden zu nutzen.

Einig waren sich schließlich alle Teilnehmer darin, dass die „Stadt von Morgen“ den Menschen vor allem eine hohe Lebensqualität bieten müsse. Auf dem Weg dorthin sind intelligente Konzepte, innovative technische Lösungen und ein nachhaltiger Umgang mit Ressourcen entscheidende Wegmarken.


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© DStGB, Berlin, 14.06.2012