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Drehbuch Digitale Kommune

Mobilitätsplanung mit Mobilfunkdaten

Das Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) veröffentlichte 2017 eine Potenzialanalyse zur Mobilfunkdatennutzung in der Verkehrsplanung. Die Studie wies nach, dass anonymisierte Mobilfunkdaten eine wertvolle neue Datenbasis für den Mobilitätssektor liefern

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Laut der Studie des Fraunhofer Instituts IAO hat das Nutzen von Mobilfunkdaten den Vorteil, dass keine neue physische Infrastruktur für die Erhebung geschaffen werden muss. Darüber hinaus sind Mobilfunkdaten bereits flächendeckend vorhanden, was eine verkehrsmittelübergreifende Wegeinformation und –kette mit hoher zeitlicher Auflösung verfügbar macht. Diese Ausdifferenzierung ist bisher nur mit Mobilfunkdaten möglich.

Der Nachteil der Verwendung von Mobilfunkdaten ist, dass das Signal nur einer Mobilfunkzelle zugewiesen wird. Solange keine Datenveredelung stattfindet, entspricht also die maximale räumliche Auflösung der Daten der gesamten Mobilfunkzelle. Darüber hinaus kommt es zu ungenauen Aussagen, wenn Personen ohne oder mit mehreren Mobilfunkgeräten unterwegs sind.

Als Anwendungsmöglichkeiten von Mobilfunkdaten bieten sich jedoch sehr gut unter anderem die Planung im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) oder auch im Städtebau an. Die vorhandenen Daten können hier effektiv genutzt werden.

Das Unternehmen Telefónica Next stellt anonymisierte Mobilfunkdaten mobiler Geräten in seinem Projekt „So bewegt sich Deutschland“ zur Verfügung. Das Netz vom Mobilfunkanbieter Telefónica wird von mehr als 45 Millionen mobilen Geräten wie zum Beispiel Smartphones verwendet. Mehr als 5 Milliarden Datenpunkte pro Tag werden für das Projekt der Tochtergesellschaft dabei zunächst anonymisiert und dann in Bewegungsströme übersetzt. Die interaktive Karte stellt Reisebewegungen als Tropfen dar, die immer signifikante Gruppen von Reisenden abbilden. Das Projekt erhielt in diesem Jahr den deutschen Preis für Onlinekommunikation.


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© DStGB, Berlin, 12.11.2018