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Web 2.0: Verwaltung vernetzen, Bürger beteiligen

Online-Vortrag
Web 2.0: Verwaltung vernetzen, Bürger beteiligen

Während der zweiten Konferenz der „Web 2.0 für Bürgermeister“-Online-Reihe des Innovators Club referierten Karin Engelhardt, Online-Managerin der Stadt Coburg, und Roland Schewe, Projektleiter im Kommunalen Rechenzentrum Niederrhein, über die Nutzungsmöglichkeiten von Web 2.0 Instrumenten innerhalb der Verwaltung. Anhand von praktischen Beispielen erläuterten die Referenten die verschiedenen Aspekte einzelner Anwendungsmöglichkeiten. 

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Karin Engelhardt, Stadt Coburg
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Die Inhalte des örtlichen Stadtarchivs mitgestalten, die Stadthistorie mit erlebten Geschichten vervollständigen und mit persönlichen Erinnerungen versehen? Für die Coburger Bürger in ihrem „digitalen Stadtgedächtnis“ gelebte Realität. Karin Engelhardt stellte eingangs der Konferenz das preisgekrönte Coburger Online-Projekt vor, das insbesondere den Dialog und die Zusammenarbeit zwischen Alt und Jung fördern soll. In eigens eingerichteten Kursen erklären die jüngeren Bürger älteren Generationen die Nutzung des Mediums. Mit der interaktiven Plattform wird den Coburgern die direkte Mitgestaltung ihres internetbasierten Stadtarchivs eröffnet.

Bei der Planung derartiger Web 2.0 Vorhaben sei von zentraler Bedeutung, dass man sich die Frage stelle, welche konkreten Ziele man mit dem Projekt verfolge, so Engelhardt. In einer zweiten Phase könne man dann die Zielgruppen, die Inhalte und die einzusetzenden Anwendungen definieren. Für Kommunalverwaltungen würden sich bei durchdachter Planung wesentliche Vorteile ergeben, sagte Engelhardt. So könnten über Web 2.0 Instrumente u.a. interaktive Informations- und Austauschkanäle entstehen. Verwaltungen erhielten zudem die Möglichkeit, Stimmungen der Bürger aufzuspüren und zu nutzen. Außerdem könnten sich die Mitarbeiter intern vernetzen, um den Austausch untereinander effizienter zu gestalten.

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Roland Schewe, KRZN
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Ein konkretes Anwendungsbeispiel für die Nutzung innerhalb einer Verwaltung erläuterte Roland Schewe anhand des „Vertretungswiki“ der Stadt Moers. Dieses Wiki zielt auf die Vereinfachung von internen Verwaltungsabläufen. Ein Wiki (hawaiisch für „schnell“) ist ein Hypertext-System für Webportale, deren Inhalte von den Benutzern nicht nur gelesen, sondern auch online direkt im Browser geändert werden können. So können die Mitarbeiter mithilfe des Webtools einerseits Informationen innerhalb der Abteilungen und an Schnittstellen austauschen. Andererseits wird das Wissen über die Plattform bewahrt, wenn Leistungsträger gehen. „Das Wiki stößt auf große Resonanz“, so Schewe, „das zeigen die Nutzungszahlen. Rund 80 Prozent der Mitarbeiter arbeiten mit dieser Anwendung“.

Sowohl bei der internen Nutzung, als auch beim externen Gebrauch, ginge es im Wesentlichen darum, Wissen und Informationen zu sammeln, zu transportieren und im interaktiven Dialog zu diskutieren, resümierte Engelhardt. In beiden Fällen sei allerdings zu beachten, dass man social-media Richtlinien aufstellen müsse, in denen die Rahmenbedingungen für die Nutzung der Mitarbeiter festgelegt würden.  

Das Interesse an Web 2.0-Anwendungen sei bei den Verwaltungsmitarbeitern in Coburg in jedem Fall enorm, sagte Engelhardt. „Im letzten Jahr konnten wir uns vor Ideen aus einzelnen Fachabteilungen gar nicht retten und mussten einige Vorschläge zurückstellen.“ Der Wunsch nach vernetzten „Web 2.0“-Verwaltungen ist demnach groß.


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© DStGB, Berlin, 19.05.2011