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Smart City – Nachdenken über die Stadt von Morgen

11. Deutschlandforum
Smart City – Nachdenken über die Stadt von Morgen

Während des 11. Deutschlandforums Verwaltungsmodernisierung konnten die Mitglieder des Innovators Club die technischen Services der Zukunft aus nächster Nähe erleben. Auf Einladung der Deutschen Telekom AG waren rund 50 kommunale Vertreter in die T-Gallery nach Bonn gekommen. Dort stellt der Bonner Kommunikationskonzern auf rund 1600 Quadratmetern die aktuellsten technischen Lösungen vor. In einer knapp zweistündigen Führung bekamen die Mitglieder des Innovators Club die im vierten Stock der Bonner Konzernzentrale ausgestellten Innovationen präsentiert und erläutert.

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T-Gallery, Bonn
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„Smart City – Nachdenken über die Stadt von Morgen“ lautete in diesem Zusammenhang der Titel der zweitägigen Veranstaltung. Neben den technischen Lösungen der Zukunft stand dabei auch die Frage nach dem Vertrauen in Politik und politische Entscheidungsträger im Fokus der Veranstaltung.

Dr. Gerd Landsberg, Geschäftsführendes Präsidialmitglied des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, begrüßte die Teilnehmer und blickt in seiner Ansprache auf die bisherigen Themen des vor fünf Jahren ins Leben gerufenen Innovators Club zurück. „Zahlreiche Themen, wie etwa Breitband oder Bildungspolitik, haben wir in diesem Kreis bereits diskutiert, bevor sie in der breiten Öffentlichkeit eine Rolle gespielt haben. Das macht die Qualität und das Besondere an diesem unserem Club aus“, betonte Landsberg und richtete seinen Blick geradewegs wieder auf die Herausforderungen und Lösungen in der Zukunft. Und die heißen derzeit: „Weltweite Finanzkrise und Konjunkturpaket II“. „Wir müssen die Krise annehmen und als Chance nutzen“, forderte Landsberg.

Ulrich Adams (Deutsche Telekom AG) ging in seinem Vortrag „Wie die Technik den Menschen nützt“ der Frage nach, über welchen Nutzen neue Services für Bürgerinnen und Bürger verfügen und welche technischen Voraussetzungen dafür notwendig sind.

Entscheidend für die Möglichkeit viele der innovativen Services zu nutzen, sei die flächendeckende Verfügbarkeit von Breitbandtechnologie. Im Anschluss daran stellte Willi Kaczorowski vom Unternehmen Cisco Systems das Modell eines „Smart Work Center“ vor. In solchen Zentren für intelligenteres Arbeiten mit Hilfe von IuK-Technologie sind neben modernster Technik wie z. B. Telepräsenzräume auch Möglichkeiten zur Kinderbetreuung am Arbeitsplatz verfügbar.

Die Büros, die nach dem Hotel-Prinzip jederzeit vermietbar sind, liegen zudem meist verkehrsgünstig an Autobahnknotenpunkten. Darüber hinaus sind in diesem innovativen Konzept weitere Services wie IT-Hilfe, Bankdienstleistungen, Restaurants und sogar eine Arbeitsagentur vorgesehen. In der niederländischen Stadt Almere in unmittelbarer Nähe zu Amsterdam ist das Smart Work Center bereits erfolgreich im Einsatz.

In einer abschließenden Podiumsrunde diskutierten Elisabeth Slapio (IHK Köln), Anke Domscheit (Microsoft GmbH), Rainer Christian Beutel (KGST) und Dr. Axel Seidel (Prognos AG) unter der Leitung von Agneta Krüger (DStGB) die Frage, wie sich heutzutage Vertrauen gewinnen lässt. Dabei wurde deutlich, dass die Frage nach Vertrauen in engem Zusammenhang mit der Frage nach der Transparenz von Entscheidungen steht. Gerade für die Beschäftigten der öffentlichen Verwaltung sei es von Bedeutung, dass die Erwartungen an sie offen kommuniziert würden und es den Arbeitgebern gelinge, Motivation und Selbstvertrauen zu wecken. Transparenz und Nachvollziehbarkeit politischer Entscheidungen ist für das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in Politik und politische Entscheidungsträger ebenfalls von elementarer Bedeutung. Hierzu bietet die zweite Generation des Internet, das sogenannte Web 2.0, zahlreiche neue Möglichkeiten. Anke Domscheit verwies in diesem Zusammenhang auf den Ansatz des US-Präsidenten Barack Obama, der nicht nur seinen Wahlkampf mit Unterstützung des weltweiten Netzes geführt hat, sondern die sich hier bietenden Potentiale auch für ein „open government“, eine neue Form des Regierens, nutzen wird. Direkte Dialoge und konstante Kontaktpflege sind in diesem Zusammenhang von entscheidender Bedeutung. Im Verlauf der Diskussion wurde deutlich, dass das Web 2.0 die Chance bietet, bisher unbekannte Kommunikationswege zwischen Politik und Bevölkerung zu nutzen und so einen entscheidenden Beitrag zu mehr Kommunikation, mehr Partizipation und damit letztlich auch zu mehr Vertrauen, leistet.

Am zweiten Tag stand das Thema „Vertrauen“ im Mittelpunkt der Veranstaltung. Professor Manfred Güllner vom Meinungsforschungsinstitut FORSA stellte in seinem Vortrag Ergebnisse von Umfragen rund um die Bedeutung von Vertrauen in politische Entscheidungen und Entscheidungsträger dar. Er machte deutlich, dass der kommunalen Ebene im Vergleich zur Bundes- und Landespolitik mehr Vertrauen entgegengebracht wird. Daneben genössen die Sparkassen gegenüber den übrigen Banken einen deutlichen Vertrauensbonus. In diesem Zusammenhang empfahl Güllner der Bundespolitik, die „Städte und Gemeinden wieder zu entdecken“.

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© DStGB, Berlin, 10.03.2011