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„Fuck-up-Nights“ für die Demokratie


An vielen Stellen ist eine gelebte Demokratie auch als Prozess des ständigen Scheiterns und der Kompromissfindung zu begreifen. Dabei gibt es im politischen Tagesgeschehen oft nur wenig Möglichkeiten die eigenen Fehler zu thematisieren, ohne dass die politische Konkurrenz dies für sich nutzt oder die Öffentlichkeit dies in häufig abschätziger Art und Weise skandalisiert.

Eine auf Fehlervermeidung ausgelegte Politik schränkt jedoch den Handlungsspielraum der Verantwortlichen ein und hemmt so den Fortschritt. Gleichzeitig kann die Angst vor dem Begehen eines Fehlers Menschen davon abhalten sich zu engagieren und eigene Ideen in den politischen Prozess einzubringen. Eine Fehlerkultur, die Neuanfänge und öffentliches Lernen fördert, könnte so möglicherweise dazu beitragen, dass politische Herausforderungen durch mutige Lösungen effizienter und zielgerichteter umgesetzt werden. Dies würde langfristig wiederum das Vertrauen in den Staat, seine Institutionen und Entscheidungsprozesse und damit in die Demokratie stärken.

Zusätzlich tragen die „Fuck-up-Nights“ dazu bei, eine ehrliche und authentische Kommunikation zwischen Politik und Gesellschaft zu etablieren und Transparenz in komplexe Entscheidungsprozesse zu bringen. Dabei bieten sie den Politikerinnen und Politikern einen Rahmen, abseits des hektischen Tagesgeschäftes selbst über das eigene Scheitern nachzudenken und darüber zu sprechen. So erhalten sie beispielsweise die Möglichkeit, die oftmals komplexen Gründe für das Scheitern einer Vision zu erläutern. Gleichzeitig können  politische Akteure  aus dem Scheitern lernen.

Die Veranstaltungen beginnen in der Regel mit einem Vortrag der eingeladenen Politikerinnen und Politiker zu ihren Fehlschlägen und enden mit einer gemeinsamen Diskussion der Teilnehmenden rund um einen förderlichen Umgang mit Fehlern. Das Konzept dieses interaktiven Formats stammt ursprünglich aus der Start-up-Szene.