Datenstrategien und Dateninfrastruktur

Digitale IC Lounge „Datenstrategien & Dateninfrastruktur für digitale Kommunen“


Zunächst wurde der neue IC Partner Google Cloud vorgestellt, der durch Guido Massfeller vertreten wurde. Google Cloud bietet nicht nur eine digitale Infrastruktur für Daten, sondern vielmehr intelligente Lösungen, die an den Anforderungen der Nutzer:innen orientiert und zudem innovativ sind. Einen ersten Einstieg in innovative Ideen und Lösungen für die kommunale Datenverarbeitung und Datennutzung gab die Referentin Anna Berger, Innovation Lead bei Google Cloud. Innovation ist das Schlagwort und ein zentrales Thema bei Google. Wie können Innovationen jedoch entstehen? In ihrer Präsentation stellte Anna Berger verschiedene Projekte vor, die Google für innovative Zwecke nutzt, darunter Moonshots, 20%-Projekte und Design Sprints. Besonderen Fokus legte sie auf Design Sprints, eine eigene Methode für Innovation. Mithilfe von Design Sprints werden Ideen strukturiert entwickelt und getestet. Dabei liegt der Fokus auf der Idee, hierbei liegt der Fokus nicht auf der methodischen Umsetzung, sondern konkret auf einer kreativen Entwicklung und Festsetzung eines Konzeptes. An fünf Tagen sitzen Teams gemeinsam an der Entwicklung und Konkretisierung eines Konzeptes. Dabei beginnt jeder Sprint mit Nutzer:innen Interviews und endet mit Nutzer:innen Tests. In den aufeinanderfolgenden Phasen werden die zunächst weitläufig und groß gedachten Ideen reduziert und konkretisiert sowie schließlich in einen Prototyp umgewandelt, der getestet wird. Als Beispielprojekt wurde „Fabricius“ vorgestellt, eine Plattform, die Hieroglyphen mithilfe von KI entziffern kann. Fabricius verknüpft moderne Technologien mit dem bis dato manuellen und analogen Prozess des Entzifferns von Hieroglyphen. Sowohl von Ägyptolog:innen als auch von interessierte Nuter:innen kann die Plattform genutzt werden.

Florian Opitz, Customer Engineer bei Google Cloud, stellte ein systematisches Konzept für Datenmanagement in der Cloud vor. Zwei Datentypen werden differenziert: strukturierte und unstrukturierte Daten. Wohingegen strukturierte Daten wie Adresslisten oder Tabellen nur einen Bruchteil der Gesamtdatenmenge einnehmen, besteht der Großteil aus unstrukturierten Daten wie Fotos, Chats oder Videos. Während die Aufgaben einer Cloud oder eines Datenmanagements vielseitig sind, wie das Monitoring oder der Umgang mit rasantem Datenwachstum, liegt die Zielsetzung der Kunden vor allem in der Verwendung der Daten. Das Datenmanagement hat demnach die Aufgabe sich selbstständig, um die restlichen Anteile zu kümmern. Um insbesondere das Durcheinander an unstrukturierten Daten effizient nutzen zu können, sind Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen die Stichworte für den Umgang mit unstrukturierten Daten. Insgesamt besteht Data Governance neben den beiden offensichtlichen Faktoren Technologie und Prozess auch aus Personen, die die Technologien und Prozesse managen und lenken. Insbesondere kritischen Herausforderungen wie Datenschutz und Datensicherheit können somit begegnet werden.

Abschließende Referenten waren Alanus von Radecki und Christop Meineke. Alanus von Radecki vom Datenkompetenzzentrum Städte und Regionen stellte vor, wie Cloud Applikationen und Datenstrategien tatsächlich anwendbar und skalierbar gemacht werden können. Einheitliche Standards und Open Source Plattformen sind dabei von besonderer Bedeutung, sowie Community Learning und kommunaler Austausch. Das Aufsetzen einer Dateninfrastruktur mit Städten beinhaltet die Entwicklung von Use Cases und die darauffolgende praktische Umsetzung. Bürgermeister der Gemeinde Wennigsen, Christoph Meineke, bot ein exemplarisches Beispiel für die Umsetzung digitaler Lösungen in seiner Gemeinde. Die Gemeinde Wennigsen hat in den vergangenen Jahren zahlreiche digitale Projekte durchgeführt und gezeigt, dass nicht nur Großstädte Smart Cities, sondern auch Gemeinden Smart Regions sein können.

In der abschließenden Diskussionsrunde wurde vor allem deutlich, dass Datenstrategien und Dateninfrastrukturen nicht nach dem Motto „One size fits all“ angewandt werden können und dass die Entwicklung digitaler Städte und Regionen im Zusammenwirken von Kommunen und Expert:innen für Datenmanagement und Dateninfrastruktur wichtig und bereits im vollen Gange ist.

 

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