Wasser

Intelligentes Wassermanagement


Durch ein intelligentes Netzwerk lassen sich unter anderem langfristige Prognosen über den Wasserverbrauch erstellen. Über die Messung des Drucks in den Leitungen können undichte Stellen schneller entdeckt und so Versickerung von Wasser verhindert werden. Auch Absperranlagen, Pumpen oder Wasseraufbereitungsanlagen können Software-gestützt überwacht, gesteuert und vorrausschauend gewartet werden. Durch Analyse- und Machine Learning-Techniken können die Systeme zudem unerwartete Verbrauchsspitzen vorhersagen und entsprechend gegensteuern, wodurch Engpässe vermieden werden können. Zum Teil liefern manche Automatisierungprogramme teilweise auch eine detaillierte Analyse, wie pH-Wert oder Chlorgehalt, des Trinkwassers mit.

In Deutschland  gibt es  bereits weitreichendere Wassermanagementsysteme, wie das Projekt Lübeck-Flintenbreite. Im Rahmen der Expo-Real 2000 entstand die Projektsiedlung Lübeck-Flintenbreite. Die Siedlung verfügt über ein ressourcenschonendes Abwasserkonzept. In dem Wohngebiet wird Abwasser nach Stoffströmen getrennt, vergleichbar mit der Mülltrennung. Hierbei wird das Abwasser in verschiedene Gruppen unterteilt: Grauwasser, Schwarzwasser und Regenwasser.

Grauwasser sind Haushaltsabwässer aus Waschmaschine, Spülmaschine oder dem Bad. Schwarzwasser ist das Abwasser aus der Toilette. Die Toilette wird mit einer Vakuumpumpe betrieben, was den Wasserverbrauch eines Haushalts erheblich reduziert.

Da alle drei Abwasserarten unterschiedlich gereinigt werden, muss die Siedlung nicht an die städtische Kläranlage angeschlossen werden.  Das Grauwasser, der größte Abwasserstrom, wird in eine lokale Pflanzenkläranlage geleitet. Dies ist ein großes mit Schilf bewachsenes Feld. Über Pumpen und ein Verteilerrohrsystem wird das verunreinigte Grauwasser auf das Feld gegeben. Dieses versickert in die darunterliegende Sandschicht und wird darin über Mikroorganismen, welche dort angesiedelt sind, gereinigt. Unten wird das Wasser wieder aufgefangen und dem natürlichen Kreislauf wiederzugeführt.

Das Schwarzwasser wird zentral gesammelt und zusammen mit Bioabfällen aus den Haushalten in einem Hygienisierbehälter aufgeheizt und zu Biogas vergast. Das Biogas wird in das siedlungseigene Blockheizkraftwerk weitergeleitet. Mit dem Blockheizkraftwerk lässt sich 60 Prozent des Jahresstrom­bedarfs des Gebiets selbst erzeugen. Das Regenwasser versickert auf dem Gelände und gelangt so ins Grundwasser.


Weitere Informationen unter

Deutschlandfunk Kultur: Auch Abwasser lässt sich trennen

Siedlung Flintenbreite in Lübeck


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