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DECODE – Ein Projekt zum Schutz der digitalen Privatsphäre und der Kontrolle über personenbezogene Daten


Nutzer*innen sollten ein Recht dazu haben, zu entscheiden ob, inwiefern und von wem ihre persönlichen Daten weitergenutzt werden. Viele Nutzer*innen haben die Kontrolle über ihre eigenen Daten verloren, sodass daraus nicht nur ein Privatsphäre- und Autonomieverlust resultiert, sondern ebenfalls die Sicherheit der Online-Identität bedroht wird. Die riesigen Datenmengen, die täglich produziert werden, bieten Potenzial für Einblicke, die verschiedenen gesellschaftlichen Zwecken dienen könnten. Aufgrund der Monopolherrschaft weniger Unternehmen sind die Daten jedoch unzugänglich für diejenigen, die Lösungen und Dienstleistungen für den öffentlichen Sektor kreieren wollen.

Aus diesem Grund entwickelt das Projekt DECODE eine datenzentrierte digitale Wirtschaft, bei der die Daten von Zivilpersonen zum Allgemeinwohl generiert und gesammelt werden. Die Daten sollen dann für den gemeinsamen Nutzen bereitgestellt werden, sodass Innovatoren, Nichtregierungsorganisationen und lokale Gemeinschaften davon profitieren können, um Apps oder Dienstleistungen anzubieten. Somit werden Angebote geschaffen, die auf die Bedürfnisse der Nutzer*innen eingehen und eine größere Reichweite erlangen.

Für die Umsetzung des Projekts wurden vier Pilotprojekte gestartet, die in den Städten Barcelona und Amsterdam im Zeitraum von 2017 bis 2019 durchgeführt wurden.

Eines der Projekte in Barcelona, Digital Democracy and Data Commons, bietet eine Plattform an, bei der Petitionen anonym unterschrieben werden können, sodass die Privatsphäre der Bürger*innen gestärkt wird und die Daten geteilt und visualisiert werden. Das zweite Projekt, Citizen Science Data Governance, ermöglicht Bürger*innen mithilfe von Umweltsensoren Faktoren wie den Lärmpegel oder die Luftverschmutzung aufzuzeichnen. Die Sensoren werden in ihren Häusern und in der Umgebung aufgestellt. Die Technologie von DECODE soll den Bürger*innen ermöglichen, die aufgezeichneten Daten anonym und nach ihren Belieben zu teilen. Die Teilnehmer*innen werden außerdem dabei unterstützt, die Sensoren richtig zu nutzen und die Daten zu analysieren.

 

Eines der Pilotprojekte in Amsterdam, Amsterdam Digital Register, zielt darauf ab, den Bürger*innen Zugang zu personenbezogenen Daten zu ermöglichen, die in einem kommunalen Datenschatz gespeichert werden. Durch den Zugang wird es den Bürger*innen freigestellt, die Daten in einem anderen Kontext online oder offline zu teilen und nutzen. Das zweite Projekt, Neighbourhood Online, ist ein soziales Netzwerk. Momentan wird der Zugang durch eine E-Mail-Adresse und ein Passwort oder einen Facebook-Login ermöglicht. Das Pilotprojekt möchte zukünftig ein anderes soziales Netzwerk nutzen, das die Privatsphäre der Nutzer*innen besser bewahren kann. Die Plattform soll inklusiv und öffentlich sein und den Nutzer*innen die Kontrolle über ihre geteilten Daten ermöglichen.

Aus den Pilotprojekten in Barcelona lassen sich folgende Schlüsse ziehen: Die übergeordneten Ziele der Projekte wurden ebenso erreicht wie die Umsetzung der Plattformen auf technischer Seite. Allerdings hat sich herausgestellt, dass insbesondere die internen Abläufe, wie die Interaktion zwischen den verschiedenen Gruppen und Expertisen, eine Herausforderung ist. Dennoch seien Partizipationsprozesse und Co-Creation der Schlüssel für soziale Innovationen.

Die Projekte in Amsterdam konnten ebenfalls erfolgreich umgesetzt werden. Datenschutztechnologien wurden implementiert und sorgten für eine deutliche Verlagerung der politischen Zielsetzung in den Niederlanden hin zu dem Ausbau von weiteren Technologien zum Privatsphäre- und Datenschutz.


 

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