Demokratie

Ein syrischer Blick in die Verwaltung


Im Rahmen der Initiative „Kommunales Know-How für Nahost“ von Engagement Global lernten bundesweit 25 Praktikant*innen von 2018 bis 2019 die Arbeitsweise der Stadtverwaltungen kennen. Den Frauen und Männern sollten in dem Projekt die Verwaltungsstrukturen sowie die demokratischen Prozesse auf lokaler Ebene näher gebracht und ihnen erste Berufserfahrungen vermittelt werden. Vielfach bedeuteten diese Praktika für die Geflüchteten eine Verbesserung ihrer Chance auf den Arbeitsmarkt.

Teilgenommen an dem Projekt haben Kommunen unterschiedlichster Größenordnungen, so zum Beispiel die kleinere Gemeinden Beverstedt in Schleswig-Holstein, die Stadt Maintal bei Frankfurt, der Landkreis Hameln-Pyrmont oder auch Großstädte wie Darmstadt und Krefeld. Eingesetzt wurden die Praktikant*innen in den unterschiedlichsten Abteilungen der Verwaltung, von Presse über Umwelt, Liegenschaften und Ordnungswesen bis zu Bauamt, Tourismus und IT. Durch den Einblick in die verschiedensten Abteilungen könnten die Syrer*innen einen guten Überblick über die Arbeit der Kommunalverwaltungen erhalten. Finanziert wurde das Projekt vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit, denn alle Praktikant*innen wurden mit Mindestlohne bezahlt.

Auf das Projekt beworben hatten sich Syrer*innen im Alter von 18 bis über 50 Jahren, die meisten hatten brachten bereits eine abgeschlossenes Studium, beispielsweise in Architektur, IT, Wirtschaft, Psychologie oder Pädagogik aus Syrien mit und die älteren unter ihnen auch schon viele Jahre Berufserfahrung. Die Stadtverwaltungen profitierten durchaus auch von hochqualifizierten Praktikant*innen. Vielfach versuchten die Kommunen die Syrer*innen entsprechend Ihrer bereits vorhandenen Qualifikationen einzusetzen.

Das Kennenlernen demokratischer Prozesse und der Verwaltungsabläufe war für die Geflüchteten sehr aufschlussreich. Darüber hinaus konnten sie ihre Deutschkenntnisse verbessern und wichtige Kenntnisse für den Arbeitsmarkt erlangen. So gelang es einigen der Geflüchteten sich im Anschluss erfolgreich auf eine Stelle auf dem freien Arbeitsmarkt zu bewerben.

Aber die syrischen Flüchtlinge waren auch für die Verwaltungsmitarbeiter*innen mit ihrem Erfahrungshorizont von großem Wert. Der direkte Kontakt half unter anderem dabei Vorbehalte abzubauen und ein besseres Verständnis und einen umfangreicheren Einblick in die Situation der Geflüchteten zu bekommen.

Weitere Informationen zu dem Projekt unter qantara.de

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