Stadtentwicklung

Einzelhandel und Onlinehandel: Neue Möglichkeiten für die Gestaltung der Innenstädte


Unterschiedliche Faktoren beeinflussen den derzeitigen Umbruch des Einzelhandels: Der Einzelhandel befindet sich in einem Strukturwandel, die Chancen der Digitalisierung kommen noch obendrauf und nicht zuletzt beschleunigt die Pandemie den Prozess der Umstrukturierung des Einzelhandels. Bundeswirtschaftsminister Altmaier fordert dementsprechend Konzepte zur Wiederbelebung der Innenstädte. Dabei soll vor allem die Digitalisierung helfen, den örtlichen Einzelhandel zu stärken – mit digitalen Angeboten für die einstige Laufkundschaft. Das „Kompetenzzentrum Handel“ dient als Anlaufstelle für branchenspezifische kleine und mittlere Unternehmen und startete im letzten Jahr, unabhängig von dem darauffolgenden Ausbruch der Corona-Pandemie, eine Initiative den Einzelhandel zu stärken. Mit Beginn der Kontaktbeschränkung wurde das Interesse an dem Zentrum größer und Webinare zählten insgesamt 600 Teilnehmer*innen. Im Vorjahr und zum Beginn des Zusammenkommens wurden dabei im Vergleich nur 40 bis 50 Teilnehmer*innen verzeichnet. Sogar ein „Digitalmobil“ lässt das Zentrum seither durch Deutschland touren. Hier lassen sich digitale Kaufhäuser bestaunen, in denen die Kundschaft ganz virtuell und in 3D einkaufen können. Gleichzeitig kann dadurch ein langfristiges Problem des stationären Einzelhandels gelöst werden. Angebote können virtuell dargestellt und über den Online-Shop eingekauft werden. Vorrätige Produkte können somit weiterhin unmittelbar vor Ort gekauft und online abgedruckte Exemplare ganz unkompliziert nach Hause oder in die Filiale versendet werden.

Dennoch kann die Corona-Krise auch als Möglichkeit genutzt werden, die Innenstädte neu zu gestalten und neue öffentliche Orte zu schaffen. Es müsse dabei ein Ort geschaffen werden, wo die Menschen gerne bleiben. Die Auswirkungen auf den Einzelhandel können im Umkehrschluss Kulturangebote, Gastronomie oder Parkanlagen einen neuen Stellenwert in der Ausgestaltung der Innenstädte geben. Dabei müssen andere Indikatoren wie die Reduzierung des Verkehrs und der Umgang mit Leerständen von Kaufhäusern weiter bedacht werden. Auch wenn sich die Lage in den Innenstädten seit dem Ausbruch der Pandemie wieder entspannt hat, schätzen die Bürger*innen einen Gang durch die Innenstadt vielmehr als zuvor. Da aber auch die persönliche Beratung und emotionale Ansprache bei dem Konsumverhalten der Bürger*innen eine Rolle spielt, kann der Einsatz der Digitalisierung letztlich nicht alle Probleme lösen. Vielleicht entsteht bei der beschriebenen Umstrukturierung aber auch etwas bisher nie Dagewesenes. 

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