Soziales 

Migrantisches Engagement im ländlichen Raum: Chancen und Herausforderungen 


Besonders die Heterogenität des ländlichen Raums und die Vielfalt der Gesellschaft kann als Potenzial für eine Gemeinde gesehen werden. Diese Vielfalt müsse sich gleichzeitig in allen Lebensbereichen, wie Politik, Wirtschaft, Soziales, wiederfinden und garantiert werden. Für eine gleichberechtigte Teilhabe der Migranten und die gleichzeitig bestehende Herausforderung diese nicht abzuhängen, bietet die Identifizierung migrantischer Strukturen in ländlichen Räumen einen großen Mehrwert. Chancen und Herausforderungen stehen besonders bei der geschilderten Thematik sehr nah beieinander. Ob in größeren Städten oder im ländlichen Raum: Integration und Kultur sind für den Alltag der Bürger*innen vor Ort und die Möglichkeiten des migrantischen Engagements relevant. Die ähnlichen Lebenssituationen der Migranten und die Herausforderung sich den neuen Lebensbedingungen vor Ort anzupassen und sich einzubringen, können die Wahrscheinlichkeit von Gruppenbildungen mit sich bringen. Auf den ersten Blick scheint das Festhalten an den jeweils eigenen kulturellen Gegebenheiten isolierend auf eine Gesellschaft wirken zu können, auf den zweiten Blick kann dies jedoch gleichzeitig die Bevölkerungsgruppen näher zusammenbringen und den Lebensalltag positiv bereichern. Das Zusammenkommen und der Austausch zwischen Migranten-Communities und den Bürger*innen der Städte und Gemeinden kann ein langfristiges Miteinander fördern. Gerade ländliche Räume bieten den Migrantenorganisationen das Vorhandensein von Räumlichkeiten, und somit eine Erleichterung des Zusammenkommens und des Austausches. Dennoch bringt der ländliche Raum nicht nur günstige Faktoren für die Umsetzung des migrantischen Engagements mit sich. Da es in vielen Kommunen noch nicht ausreichend ausgebaute formalisierte Berührungspunkte zwischen den Vertreter*innen der Kommunen und den Migranten-Communities gibt, wird eine konstruktive Zusammenarbeit erschwert.

Das Beispiel der Kleinstadt Engen verdeutlicht, inwieweit Engagement von Migranten im ländlichen Raum umgesetzt werden und positive Resonanz finden kann. Die Kleinstadt Engen liegt in der Hegauer Landschaft im Landkreis Konstanz. 13 Prozent der 11.000 Einwohner der Kleinstadt haben einen nichtdeutschen Pass und kommen aus insgesamt 70 unterschiedlichen Nationen. Obwohl die Kommune keine Migrantenstrukturen etablieren konnte, gelang es dieser Migranten-Communities zu mobilisieren, um an dem Projekt „Unser buntes Engen“ teilzunehmen. Die Maßnahme der Kommune wurde auf Bundes- und Landesebene im Rahmen des Wettbewerbes „Kommune bewegt Welt“ mit dem 1. Platz ausgezeichnet. „Unser buntes Engen“ umfasst einen Information-Kultur-Austausch bestehend aus Länderabenden, einer Buchveröffentlichung und einer Ausstellung. Die Länderabende wurden von Migrantengruppen organisiert und ermöglichte nicht nur den Einheimischen, sondern auch Zugewanderten in eine kulturell neue Welt einzutauchen und sich auszutauschen. Die Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhaltes stand dabei an erster Stelle. Dank der sich intensivierenden zentralen Rolle dieses Projektes, wurde die weitere Umsetzung für die Migranten-Communities zu einem eigenen.

 

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