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VoluMap: Helferinnen und Helfer vor Ort effizient einsetzen


VoluMap bietet als Liste oder Karte einen Überblick über Einsatzstellen und konkrete Bedarfe für Ehrenamtliche in der Kommune. Vereine und Gruppen können dort unkompliziert nach Freiwilligen suchen. So entsteht ein zentraler, niedrigschwelliger Ort, an dem Angebot und Nachfrage nach Engagement zusammenfinden. Die App unterstützt langfristiges und projektbezogenes Engagement ebenso wie den Einsatz von Spontanhelfenden, etwa im Katastrophenfall. Durch ihren digitalen Ansatz können auch kurzfristig viele Menschen erreicht werden. Die Idee entstand nach dem Hochwasser an der Elbe 2013: Damals zeigte sich, dass nicht die Zahl der Freiwilligen das Hauptproblem war, sondern ihre effiziente Koordination. Daraus entstand eine Plattform, die sichtbar macht, wo Hilfe gebraucht wird und mit wie vielen Helfenden geplant werden kann. In einem gemeinsamen Projekt mit der Stadt Gütersloh wurde das Konzept auf drei Formen ehrenamtlicher Unterstützung ausgeweitet. Heute wird die App neben Gütersloh auch in Bielefeld und Sankt Peter-Ording genutzt. Kommunale Anforderungen wie Barrierefreiheit und Datenschutz wurden bereits bei der Entwicklung berücksichtigt, was den Einsatz besonders für kleinere Kommunen erleichtert. Zudem ist die App so angelegt, dass für Kommunen keine zusätzlichen IT-Aufgaben entstehen.

Wie gelingt es Kommunen Engagement gezielt zu fördern?

Der Großteil ehrenamtlicher Tätigkeiten findet in der eigenen Region statt. Das unterstreicht die zentrale Rolle der Kommunen als „Herzstück der Engagementförderung“. Gleichzeitig haben viele Kommunen aufgrund von Fachkräftemangel und knappen finanziellen Mitteln Schwierigkeiten, Ehrenamtliche ausreichend zu unterstützen.

Wie eine Studie der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt und von Neuland21 e. V. zeigt, hängt die Bereitschaft zum langfristigen Engagement von mehreren Faktoren ab: Sie ist höher, wenn Bürgermeisterinnen und Bürgermeister oder andere Führungskräfte Engagement aktiv unterstützen. Auch externe Infrastrukturen wie VoluMap, Freiwilligenagenturen oder Bürgerstiftungen stärken die lokale Engagementszene. Zudem spielt die sozioökonomische Lage einer Kommune eine Rolle: In prosperierenden Regionen engagieren sich Menschen eher als in strukturschwächeren. Etwas schwächer, aber ebenfalls positiv, wirkt sich eine aktive Engagementförderung innerhalb der Kommunalverwaltung aus.

Die Studie leitet aus den größten Herausforderungen vier zentrale Empfehlungen für eine stärkere kommunale Engagementförderung ab:

  1. Die Verantwortung für Engagementförderung sollte bei einer zentralen Person gebündelt werden. Das verringert Reibungsverluste in der Verwaltung und schafft eine klare Ansprechperson für Vereine und andere lokale Akteure. Um Ressourcen zu schonen, kann die Stelle auch angrenzende Bereiche wie Bürgerbeteiligung oder Demokratieförderung mit abdecken.
  2. Die Abstimmung mit externen Förderstrukturen und übergeordneten Verwaltungsebenen sollte verbessert werden. So lassen sich Doppelstrukturen vermeiden und Wissen gezielter weitergeben.
  3. Verantwortliche für Engagementförderung sollten bei der Einwerbung von Fördermitteln gezielt unterstützt werden, etwa durch Hinweise auf passende Programme oder durch den Aufbau grundlegender Kompetenzen.
  4. Ehrenamtliches Engagement sollte sichtbar anerkannt und gewürdigt werden. Dafür braucht es strukturelle und persönliche Maßnahmen, die eine Kultur der Wertschätzung fördern und auch neue Initiativen sowie projektförmiges Engagement einbeziehen.