gesundheit

Mobile Arztpraxis: Medizinische Versorgungslücken im ländlichen Raum schließen


Eine alternde Gesellschaft und die Notwendigkeit häufiger medizinische Versorgung in Anspruch zu nehmen, bei zunehmenden Ärzt*innennachwuchs bildet ein sich intensivierendes Problem – nicht nur aktuell, sondern auch langfristig betrachtet. Die Deutsche Bahn hat diese Herausforderung erkannt und baut Linienbusse in mobile Arztpraxen um, damit unterversorgten und von Unterversorgung bedrohten Gebieten eine unmittelbare medizinische Versorgung gewährleistet wird. So kann der Weg zur medizinischen Infrastruktur erleichtert und die Möglichkeit eingeräumt werden, dass der/die Arzt/Ärztin direkt zum/r Patient*in findet. 

Der DB Medibus ist ein 12,7m langer umgebauter Linienbus. Praxisidentische Strukturen teilen den Bus in mehrere Bereiche ein. Der Bus verfügt über ein Wartezimmer, ein Labor, ein Sprechzimmer und ein Behandlungszimmer und ist somit eine voll ausgestattete mobile Arztpraxis für Allgemeinmedizin. 

 Der Medibus ist wöchentlich in fünf Gemeinden Nordhessens unterwegs

 In einem Pilotprojekt der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen und der Deutschen Bahn, wurde der Einsatz des Medibus umgesetzt. Dieser innovative Hingucker bietet den Gemeinden mit medizinischen Versorgungsengpässen die Möglichkeit medizinische Dienstleistungen für die Bürger*innen sicherzustellen. Bedingt durch den zunehmenden Ärzt*innenmangel im ländlichen Raum, können mit dem Einsatz des Medibus neue Anlaufstellen medizinischer Versorgung sichergestellt werden. Seit Juli 2018 hält der umgebaute Linienbus nach Fahrplan regelmäßig in den Gemeinden Cornberg, Herleshausen, Nentershausen, Sontra, Ringgau und Weißenborn. Damit werden zudem die niedergelassenen Ärzt*innen im ländlichen Raum unterstützt, die an die Grenze ihrer Belastbarkeit stoßen. 

 Die Zwischenbilanz des Medibus fällt gut aus: pro Quartal besuchen ungefähr 1300 Patient*innen die rollende Arztpraxis. Das Modell bietet aber nicht nur den Bürger*innen vor Ort einen Mehrwert, sondern auch den Ärzt*innen. Besonders junge Mediziner zieht es in die Städte. Mit dem Projekt der Praxis auf Rädern kann aber die Arbeit auf dem Land und das Wohnen in der Stadt vereint werden. Zudem fallen keine Kosten für eine eigene Praxis an. 

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