Jung und überparteilich

Neues Netzwerk von jungen Bürgermeister*innen


Roland Schäfer, stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Städte- und Gemeindebundes (DStGB) und Bürgermeister in Bergkamen, betonte in seinem Grußwort wie wichtig ein solches Netzwerk auch für den DStGB ist: „Jüngeren Menschen den Einstieg und den Verbleib in der Kommunalpolitik zu erleichtern ist ein wichtiges Anliegen für die Zukunft unserer Städte und Gemeinden!“

Die provokante Frage des Auftaktvortrags war „Sind junge Politiker nur jung verkleidete Alte?“ Jugendforscher Prof. Bernhard Heinzlmaier aus Wien stellte einen steigenden Konformismus in Politik und Gesellschaft fest. Auch die Politik erreiche die junge Bevölkerung nicht mehr, weil diese die falschen Emotionen anspreche und in ihrer Kommunikation schlicht an der jungen Generation vorbei rede. Heinzlmaiers Fazit: Auch junge Politiker haben großen Nachholbedarf bei der richtigen Ansprache junger Menschen.

DStGB-Sprecher Alexander Handschuh im Gespräch mit Diana Kinnert.
DStGB-Sprecher Alexander Handschuh im Gespräch mit Diana Kinnert.

Was genau sie besser machen müssen, darüber diskutierte die Unternehmerin und Gründerin des Jugendbeirats der Konrad-Adenauer-Stiftung Diana Kinnert mit Alexander Handschuh, Sprecher des DStGB. In ihrer Diskussion ging es um das oft schwierige Verhältnis von Politik, Parteien und Jugend. Sie verdeutlichte, wie sehr die Gesellschaft eine stärkere Repräsentanz der nachrückenden Generation brauche, damit diese den Wandel mitgestalte.

Andreas Wunn, Redaktionsleiter von ZDF-Morgenmagazin und ZDF-Mittagsmagazin, gab in einem Impulsvortrag wichtige Anregungen, wie Kommunalpolitik in den Medien ankommt. Thomas Mühlnickel, Geschäftsführer der Kommunikationsagentur ASK.Berlin, ging in seinem Vortrag auf Grundlagen erfolgreicher politischer Kommunikation ein. Abschließend gab es einen Einblick in die Organisation eines Jugendverbandes: David Lehmann von „Die jungen Unternehmer“ (Jugendverband von „Die Familienunternehmer e.V“.) stellte Struktur und Arbeitsweise seines Verbands vor.

Nach dem inhaltlichen Input ging es für die Bürgermeister*innen selbst ans Arbeiten. In drei Workshops diskutierten sie: Was sind die spezifischen Themen der Jungen Bürgermeister? Wie soll eine Zusammenarbeit organisiert werden? Und wie will man nach innen und außen kommunizieren? Die gesammelten Antworten und Vorschläge sollen auf den nächsten Treffen in konkrete Schritte münden.

Volker Weber, Bürgermeister der saarländischen Gemeinde Marpingen, brachte es auf den Punkt: „Ein Netzwerk, um über den Tellerrand schauen zu können, ist sinnvoll und das erste Treffen hat bereits gezeigt, dass es auch Bedarf gibt. Jede Generation hat ihre eigenen Ansätze den Herausforderungen der aktuellen Zeit zu begegnen. Deshalb ist es wichtig, dass man sich frei von väterlichen oder mütterlichen Ratschlägen von älteren Kolleginnen oder Kollegen austauschen kann.“ Auch Romina Barth, Oberbürgermeisterin aus Torgau und Mitinitiatorin des Auftakttreffens freute sich im Anschluss: „Ich konnte auf dem Netzwerktreffen heute sehr gute Gespräche unter jungen Bürgermeistern führen. Junge engagierte und vor allem innovative Kommunalpolitiker vereinen ihre Ideen und Kräfte, um ihre Themen anzupacken.“

Klar wurde: Mit diesem überparteilichen Netzwerk können junge Bürgermeister*innen einer fortschrittlichen und ideenreichen Kommunalpolitik eine Stimme geben.


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