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OB-Barometer 2026: Finanzdruck begrenzt kommunale Handlungsspielräume


Laut des „OB-Barometer 2026“ ist für 85 Prozent der Stadtspitzen die Finanzpolitik das Handlungsfeld, in dem Bund, Länder und Europäische Union die Rahmenbedingungen für Kommunen am dringendsten verbessern müssen. Gegenüber dem Jahr 2025 hat diese Einschätzung deutlich an Bedeutung gewonnen. Als wesentliche Ursachen für die angespannte Finanzlage nennt das Difu insbesondere steigende Personal- und Sozialausgaben. 64 Prozent der Befragten erwarten zudem, dass die Finanzlage auch in den kommenden fünf Jahren das wichtigste kommunale Handlungsfeld sein wird. Die Ergebnisse zeigen, dass vielen Kommunen nicht nur finanzielle Spielräume für neue Vorhaben fehlen, sondern es zunehmend auch schwieriger wird, bestehende Infrastruktur und kommunale Leistungen dauerhaft zu sichern.

Wirtschaft, Digitalisierung und Demografie gewinnen an Bedeutung

Bei den drängendsten Themen folgen Wirtschaftspolitik mit 60 Prozent, Wohnungspolitik mit 54 Prozent sowie Sozial-, Jugend- und Familienpolitik mit 50 Prozent. Auch bei der Digitalisierung sehen 49 Prozent der Stadtspitzen Verbesserungsbedarf. Zugleich bewerten 85 Prozent den Investitionsbedarf für Digitalisierungsmaßnahmen als große oder sehr große Herausforderung. Es macht zugleich deutlich, dass Investitionen in Digitalisierung, Klimaanpassung, Wohnungsbau und Infrastruktur müssen unter immer engeren finanziellen Bedingungen umgesetzt werden und somit miteinander konkurrieren. Kommunale Innovationsfähigkeit setzt daher nicht allein neue Ideen und technische Lösungen voraus, sondern vor allem verlässliche finanzielle und regulatorische Rahmenbedingungen.

Grundlage der Ergebnisse sind repräsentative Telefoninterviews mit Bürgermeister:innen von Städten mit mindestens 50.000 Einwohner:innen, die infratest dimap im Auftrag des Difu zwischen dem 14. Januar und dem 2. April 2026 durchgeführt hat.