REsilienz

Pandemiebekämpfung im Abwasser


Bekannt ist bereits, dass auch SARS-CoV-2-Infektionen über das Abwasser detektiert werden können. Die nicht mehr infektiösen Viren befinden sich in den Ausscheidungen der Infizierten und können in der Kläranlage nachgewiesen werden. In Deutschland arbeitet ein Team aus Wissenschaftlern und Behörden an der Frage, ob das Abwasser als Frühwarnsystem genutzt werden kann. Das Team aus mehr als 20 Personen besteht aus Abwasserfachleuten, Mikrobiologen, Virologen und Modellierern der Helmholtz-Gemeinschaft. Diese arbeiten mit den Kläranlagenbetreibern der Städte Köln, Leipzig, Dresden, dem Wasserverband Eifel-Rur und weiteren 20 Städten zusammen.

Ab der zweiten Märzhälfte dieses Jahres wurde eine Testphase zusammen mit den beteiligten Kläranlagen gestartet. Die Testphase umfasst die gesamte Analysekette von Entnahme und Aufbereitung der Probe, PCR-Analyse und Modellhochrechnung der infizierten Fälle.

In den Niederlanden wurde eine Studie zu derartigen Textverfahren bereits Anfang des Jahres durchgeführt, welche sehr erfolgreich verliefen. Bereits wenige Infizierte pro 100.000 Einwohner konnten dort anhand des Erbguts von SARS-CoV-2 in Abwässern aus Kläranlagen gefunden werden. In den Niederlanden wird das System bereits erfolgreich verwendet.

Um ca. 80 Prozent von Deutschland abzudecken, müssten an rund 900 Kläranlagen Proben entnommen werden. Erhofft wird sich ein räumlich differenziertes, kontinuierliches Frühwarnsystem über welches man unter anderem die Wirkung von Lockerungen oder strengeren Corona-Maßnahmen beobachten kann. Infektionsherde könnten so zudem frühzeitig erkannt werden und es könnte noch örtlich differenzierter reagiert werden

Weitere Informationen zu dem Projekt unter

Helmholtz-Gemeinschaft: Frühwarnsystem durch Abwasseranalyse


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