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Solarstraßen – Erzeugung von Solarstrom auf öffentlichen Verkehrsflächen


Im Zuge des interkommunalen Projekts „Energielabor Ruhr“ mit den Städten Gelsenkirchen und Herten sind im Sommer 2020 auf dem Gelände einer ehemaligen Zeche im Ruhrgebiet Solarstraßen in Betrieb gegangen. Die Testanlage der Smart Solar Street des Herstellers Solmove produziert Solarstrom auf speziell präparierten Straßenflächen. Die befahrbaren Solarmodule wurden auf einem Parkplatz mit einer Grundfläche von 40 Quadratmetern installiert. Bestandteile der Smart Solar Street-Module sind Photovoltaik-Zellen, die in eine harte Glasschicht integriert werden. Durch die Erzeugung von Solarstrom versorgt die Smart Solar Street laufend das angrenzende Bürogebäude sowie eine Ladestation für E-Bikes und E-Autos.

Hintergrund für die Errichtung der Solarstraßen ist das Bestreben eine innovative und nachhaltige Lösung für die Herausforderungen der Energie- und Verkehrswende zu finden, die die Menge an bestehenden Verkehrsflächen wie Straßen oder Parkplätzen ökologisch sinnvoll und multifunktional nutzt. Denn neben der Erzeugung von Solarstrom können die Straßenflächen weiterhin befahren werden und in Zukunft mit induktiver Ladetechnik perspektivisch während der Fahrt geladen werden.

Ein weiteres Projekt, das sich mit dem Konzept der Solarstraßen befasst, ist das Interreg-EMR-Projekt „Rolling Solar“, das Rahmen des Interreg-Programms Euregio Maas Rijn durchgeführt wird. Sieben Forschungseinrichtungen und dreizehn Unternehmen arbeiten und forschen an der Entwicklung und Demonstration von Photovoltaik-integrierten Straßenelementen und Infrastrukturen, um Strom aus Sonnenlicht ohne zusätzlichen Flächenverbrauch zu erzeugen. Es wird untersucht, inwiefern die Integration und Nutzung von Photovoltaik in die öffentliche Straßeninfrastruktur wirtschaftlich umgesetzt werden kann, sodass dauerhaft Energie erzeugt wird, aber gleichzeitig der Straßenverkehr nicht beeinträchtigt wird.

Eine Herausforderung von Systemen wie Solarstraßen sind derzeit die damit verbundenen hohen Kosten. Ebenfalls muss die Zuverlässigkeit des Betriebs verbessert werden. Das Interreg-EMR-Projekt „Rolling Solar“ hat zum Ziel, die Kosten durch den Einsatz von flexiblen Dünnschichtsolarzellen und durch eine effektivere und zuverlässigere Integration der Solarzellen zu minimieren. Dabei wird der Prozess entlang der gesamten Wertschöpfungskette durch Projektpartner erkundet und geprüft. Gemeinsam mit regionalen Forschungsinstituten werden innovative Ansätze erprobt und demonstriert.

Das Projekt Rolling Solar wird aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) finanziert und auch von den Provinzen Nordbrabant (NL), Flämisch-Brabant und Limburg sowie Lüttich (B) und dem niederländischen Ministerium für Wirtschaft und Klima finanziell unterstützt.

In Deutschland und in benachbarten Staaten wie den Niederlanden oder Belgien eignen sich insgesamt tausende Quadratkilometer horizontaler Flächen für Solarstraßen. Auch die beteiligten Kommunen können von den Projekten profitieren, indem sie den Strom direkt vor Ort nutzen oder einspeisen, sodass sich der Bau oder der Unterhalt von Straßen langfristig teilweise refinanzieren ließe.

Weitere Informationen zu den beiden Projekten hier.

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