Finanzen

Studie zum kommunalen Zins- und Anlagemanagement und digitalen Plattformen


Die größten Herausforderungen für Kommunen sind, laut der Studie, die weiterhin hohen und nicht steuerbaren sozialen Ausgaben sowie fehlende (Gewerbe-)Steuereinnahmen. Diese Belastungen werden durch die Corona-Pandemie wohl eher größer als kleiner. Für die befragten Gemeinden und Städte ist der Erhalt der bestehenden Infrastruktur eine zentrale Herausforderung. Investiv stehen die Bereiche Digitalisierung, Mobilitäts- und Energiewende im Fokus.

Keine besonders große Rolle bei der Kreditaufnahme und Anlagestrategie spielen für die Kommunen bisher Nachhaltigkeitskriterien. Weit verbreitet ist hingegen ein aktives Zins- und Schuldenmanagement. Weniger als die Hälfte der Kommunen agieren dabei portfolio-, etwas mehr als die Hälfte einzelkreditorientiert. Der Erhalt der Zinsersparnis und der Zinssicherheit sind von zentraler Bedeutung. Interkommunale Kooperationen werden von den Kommunen im Zins- und Schuldenmanagement bislang nur in geringem Maße eingegangen.

Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsen erleiden die Kommunen auf der Anlageseite Vermögenseinbußen. Die Städte und Gemeinden reagieren hierauf mit längerfristigen und festverzinslichen Anlagen. Eine Fokussierung auf risikoreichere Anlagen erfolgt hingegen nicht. Feststellbar ist jedoch, dass die befragten Kommunen gezielt investive Ausgaben tätigen und damit eine Umschichtung des Vermögensportfolios in Sachwerte und Immobilien vorantreiben. Bisher ist auf der Anlageseite die Erfahrung mit nachhaltigen Investments noch relativ gering. Gleichwohl nimmt die Bedeutung nachhaltiger Investments mit steigendem Finanzvermögen zu, dies gilt insbesondere für Kommunen mit einer Anlagerichtlinie.

Ferner wurde auch nach der Nutzung von Online-Kreditvermittlungsplattformen gefragt. Insbesondere höher verschuldete Kommunen nutzen diese Plattformen verstärkt, was insofern nicht verwunderlich ist, da hier auch die Notwendigkeit einer breiteren Angebotsübersicht zur Fremdfinanzierung besteht.

Unterstützt wurde die Studie vom Deutschen Städte- und Gemeindebund. Insgesamt wurden 128 der 691 Kommunen mit einer Größe von mehr als 20.000 Einwohnern befragt. Die empirische Befragung fand vor der Corona-Krise statt.

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