Der Verein havel:lab e.V. wurde 2017 gegründet. Er setzt sich für Bildung, Kunst und Kultur, gesellschaftlichen Zusammenhalt, Chancengleichheit und neue Perspektiven in einer strukturschwachen Region ein. Als 2018 eine Kneipe aus dem Bahnhofsgebäude auszog, übernahm der Verein die Räumlichkeiten und begann mit der Renovierung.
Zu den treibenden Kräften des Projekts gehören Daniel Domscheit-Berg, Informatiker, ehemaliger Sprecher der Enthüllungsplattform WikiLeaks und Gründer von OpenLeaks, sowie Anke Domscheit-Berg, die von 2017 bis 2025 – zunächst parteilos, später für Die Linke – Mitglied des Deutschen Bundestags war.
Die kostenfreien Angebote des Verstehbahnhofs sind vielfältig: Es werden Roboter gebaut, programmiert, Daten mit Sensoren erhoben, Glasfasern gespleißt oder 3D-Drucker bedient. Kinder, Jugendliche und Erwachsene können hier Prototypen, Einzelstücke und Kleinserien herstellen und individualisieren. Gleichzeitig bietet der Verstehbahnhof Raum für Diskussionen über theoretische und ethische Fragen des Internets – etwa zum verantwortungsvollen Umgang mit sozialen Medien oder zu Datenschutz. Der Verein betreibt zudem ein kleines Rechenzentrum sowie ein freies, kostenloses WLAN für die Stadt Fürstenberg. An jedem Nachmittag der Woche finden ein bis zwei Veranstaltungen statt. Kinder können den Verstehbahnhof aber auch einfach als offenen Lernort nutzen – nach der Schule vorbeikommen, ihre Hausaufgaben machen und sich dabei betreuen lassen.
Ziel des Vereins ist es Hemmschwellen abzubauen und Neugier zu fördern, unabhängig von Geldbeutel, Geschlecht oder sozialem Hintergrund. Finanziert wird der Verstehbahnhof größtenteils durch Spenden, ergänzt durch Fördergelder und Preisgelder, die projektbezogen oder einmalig vergeben werden. 2022 wurde der Verstehbahnhof im Wettbewerb Digitale Orte ausgezeichnet, 2024 erhielt das Bildungs- und Kulturprojekt in Cottbus den taz Panter Preis.

