Zahlreiche Reihen mit weiße Papierboote nebeneinander, zwischen den Reihen fährt ein rotes Papierboot entlang.

17. Deutschlandforum

17. Deutschlandforum: Mehr Kommunikation!


Der thematische Bogen reichte dabei vom Strukturwandel im Medienbereich mit dem massiven Rückgang der Auflagen bei den Tageszeitungen über die Nutzung von Dialogangeboten im Netz bis hin zu Open Data und E-Government. Beim 17. Deutschlandforum unter dem Titel „Weniger Politik? Mehr Kommunikation!“ wurde deutlich, dass es für Städte und Gemeinden gerade vor dem Hintergrund veränderter Rahmenbedingungen auf dem Mediensektor entscheidend ist, alle vorhandenen Kommunikationskanäle zur Politikvermittlung zu nutzen. 

In seinem Eröffnungsvortrag erläuterte der Politikberater Michael Spreng, warum kritische Presse eine elementare Verbindung zwischen Politik und Zivilgesellschaft darstellt. Dabei nutzte er seinen reichhaltigen Erfahrungsschatz, um die große Bedeutung der Medien als „vierte Gewalt“ zu illustrieren und die Verknüpfungen zwischen Journalismus und Politikbetrieb deutlich zu machen. Der Medienwissenschaftler Prof. Norbert Bolz ergänzte diese Ansätze durch die Präsentation neuer Kommunikationsstrategien und -konzepte. Er appellierte an die anwesenden Kommunalvertreter, die veränderten Rahmenbedingungen zu akzeptieren und für ein verändertes Kommunikationsverhalten zu nutzen.

Wie kommunale Kommunikationsangebote in Zukunft aussehen können wurde im weiteren Verlauf der Veranstaltung deutlich: Ob es um die Bereitstellung von offenen Daten („Open Data“), den Einsatz innovativer Technologien wie „Google Glass“ oder die digitale Veränderung des Stadtraums mittel digitaler Angebote und Werbeflächen geht – alle diese Ansätze stellen Bausteine auf dem Weg zu einer intelligenten Stadt von Morgen, einer „Smart City“, dar.

Dass bei all diesen Angeboten der direkte Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern elementar bleibt betonte Franz-Josef Moormann, Bürgermeister der Stadt Kaarst. Es müsse auch in Zeiten der technischen Vernetzung weiterhin möglich bleiben, dass Einwohner in die Bürgersprechstunde kämen, da sie den Bürgermeister „einfach einmal kennenlernen“ wollten. Diese Nutzung verschiedener Ansätze betonte auch Dr. Wilfried Bernhardt, Staatssekretär im sächsischen Justizministerium, der neue Ansätze im E-Government darstellte. Auch hier wird auf die Nutzung mehrerer Kanäle gesetzt. Der Fokus der neuen Angebote liegt auf der Bedienfreundlichkeit für die Bürgerinnen und Bürgern. Fazit der Veranstaltung und gleichzeitig Titel der abschließenden Diskussionsrunde auf dem 17. Deutschlandforum lautete „Städte und Gemeinden im 21. Jahrhundert sind digital, aber nicht virtuell“.