Künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz: Ängsten und Sorgen begegnen


Die Entwicklungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz lösen Verunsicherung und Sorgen aus. Es ist nicht klar, was sich alles verändern wird und was noch so bleibt wie früher. Die Bedenken, dass eine Künstliche Intelligenz einen Angestellten im Job ersetzen kann oder tatsächlich einmal klüger sein wird als Menschen, beschäftigen viele Bürger:innen.

Um diesen Befürchtungen zu begegnen, ist es wichtig, dass Fixpunkte, Gewohnheiten und Ziele im Veränderungsprozess offengelegt werden, um Vertrauen und Vertrautheit zu schaffen. Gerade Transparenz ist in diesem Zusammenhang zentral.

Zurzeit ist der Mensch selbst sehr klugen Maschinen noch weit überlegen, jedoch gibt es die Sorge, dass dies nicht mehr lange der Fall sein wird. Die Frage, ob eine Künstliche Intelligenz durch neuartige, wirklich intelligente Algorithmen einmal die Form einer „Superintelligenz“ erreichen wird, ist auch bei Expert:innen umstritten.

4A-Prinzip: Akzeptanz, Anschauen, Austausch, Aktion

Wie die Zukunft aussehen wird, ist also schwer abzuschätzen. Es besteht aber die Aufgabe, fundierte positive Zukunftsbilder zu erschaffen. Menschen müssen durch inspirierende, bejahende Zukunftsbilder mitgenommen werden. Hierbei müssen existierende Ängste aktiv wahrgenommen werden, um einen konstruktiv Umgang mit ihnen zu gewährleisten. Sowohl die Bedenken der Bürger:innen als auch der Verwaltungsmitarbeiter:innen müssen bewusst erkannt,  akzeptiert und ernst genommen werden. Die Autor:innen empfehlen beim Umgang mit der Angst das 4A-Prinzip: Akzeptanz, Anschauen, Austausch, Aktion. Im aktiven Austausch miteinander können Menschen in die Lage versetzt werden, Ihre Sorgen zu reflektieren und auch selbst in die Veränderung kommen. Gängige Vorbehalte sind im Zusammenhang mit KI beispielsweise Kontroll- und Machtverlust, Fremdbestimmung oder auch der Verlust von Existenz und Vermögen.

Vor allem ein „diffuses schlechtes Gefühl“ nährt Ängste. Vielfach sind Vorbehalte auch  geprägt von Halbwissen oder Unwissenheit. In der Verwaltung kann die Akzeptanz erhöht werden, indem unter anderem Strategien und Sicherheitsmechanismen im Umgang mit KI erklärt werden. Der Umgang mit der Thematik des Datenschutzes kann hier als Blaupause dienen.

Drei Freiheiten für ethisch-vertretbare KI

Die Software-Entwickler und Ethik-Forscher Justin W. Flory und Michael Nolan haben 2020 ein Konzept der „Drei Freiheiten für ethisch-vertretbare KI“ vorgestellt und mit folgenden Forderungen verknüpft:

  1. Die Freiheit, maschinelle Entscheidungen zu verstehen
  2. Die Freiheit, Entscheider für ihre Systeme zur Rechenschaft zu ziehen
  3. Die Freiheit, KI-Entscheidungen anzufechten

In der öffentlichen Verwaltung der Kommunen gibt es zahlreiche Einsatzmöglichkeiten für unterstützende KI und parallel um Ängsten entgegenzuwirken. Besonders im Angesicht von Personalknappheit sowie gestiegene Anforderungen an Qualität und Quantität der Arbeit können sinnvolle KI-Systeme Freiräume schaffen. Bei einer nutzerorientierten Zusammenarbeit von Mensch und Maschine können die hohen Anforderungen der Bürger:innen und Unternehmen an die Smart City leichter erfüllt werden. Wenn deutlich wird, wie KI-Systeme den Menschen helfen, können Ängste abgebaut werden.

Viele Kommunen müssen zurzeit unter anderem aus Kostengründen noch auf standardisierte Angebote unterschiedlicher Softwareanbieter zurückgreifen. Viele KI-Tools beruhen jedoch auf frei zugänglichen Software-Bibliotheken und die benötigten Trainingsdaten hat die Kommune – oftmals ohne es zu wissen – bereits in ihren Registern liegen. Die notwendige Rechenpower wird vielfach über kommunale Datenzentralen zur Verfügung gestellt. Die technische Kombination günstiger Produktionsfaktoren für den KI-Einsatz ist in Kommunen also größtenteils vorhanden.

KI- und Datenkompetenz nötig

Der entscheidende Knackpunkt ist vielfach das notwendige Know-How vor Ort. Verwaltungen sollten also entsprechende KI- und auch Datenkompetenz erwerben. Diese Kompetenzen können entweder direkt in der Verwaltung selbst aufgebaut oder sie können Dritten überlassen werden, wenn diese nachweisbar vertrauenswürdig und sorgfältig sind. KI-Kompetenz ist Daseinsvorsorge und nicht nur reine Technikfolgenabschätzung. Es muss eine Bürgernähe der KI vorhanden bleiben und die Gestaltungsmacht muss bei der Kommune bleiben.

Künstliche Intelligenz bietet der gesamten Gesellschaft die Möglichkeit, neu zu definieren, wie wir leben möchten. KI an sich hat keinen Selbstzweck, sondern muss die Fragen nach dem „Warum“ und „Wozu“ beantworten können. Besonders die Verwaltungsmitarbeiter:innen müssen nicht nur Sinn und Zweck der KI, sondern auch die Art und Weise des Vorgehens und die konkreten Maßnahmen beim Nutzen von KI verstehen, damit sie diese gegenüber den Bürger:innen kommunizieren können.

Durch die Fähigkeiten von KI wird jedoch auch deutlich, was den Menschen als Menschen aus- und besonders macht. Der Mensch als Lebewesen mit Bewusstsein, Sinnen und Gefühlen hat selbst ein enormes Potenzial, welches durch den aufgrund von KI entstehenden Freiraum wieder neu erforscht und gehoben werden darf. Zentral bei allem Vorgehen ist, dass der Mensch im Zentrum der neuen Entwicklungen stehen muss.

Link zum Kapitel „Facing Fears“ in „Künstliche Intelligenz für Kommunen“

https://colab-digital.de/initiativen/koki/facing-fears/

Die korrekte und vollständige Funktion unserer Dienste setzt Cookies voraus. Mit einem Klick auf die Schaltfläche [OK] willigen Sie ein, dass unsere Internetdomäne Cookies verwendet.